Ablauf Energieaudit

Was ist atypische Netznutzung?

Durch atypische Netznutzung reduzieren Sie Ihre Netzentgelte um bis zu 80 %. Dies erfolgt, wenn Sie Ihre Jahreshöchstleistung außerhalb der Hochlastzeiten aus dem Netz beziehen. Die Netzbetreiber ermitteln und veröffentlichen jeweils bis zum 31. Oktober für das Folgejahr für jede Spannungsebene Hochlastzeitfenster. Das sind Zeiten, in denen im Netz die höchste Stromentnahme auftritt.

Liegt Ihre aus dem Netz bezogene Höchstleistung innerhalb dieser Hochlastzeitfenster erheblich unter der maximalen Leistung außerhalb der Hochlastzeitfenster, können Sie ein reduziertes Netzentgelt in Anspruch nehmen. Erheblich ist die Leistungsdifferenz, wenn diese den Wert von 100 kW und in der Spannungsebene

  • Niederspannung mindestens 30 %,
  • Mittelspannung mindestens 20 %,
  • Hochspannung mindestens 10 %

überschreitet.

Sofern diese Kriterien für eine atypische Netznutzung eingehalten sind, wird zur Abrechnung des Leistungspreises für die Netznutzung nicht mehr die absolute Höchstleistung des Kalenderjahres, sondern nur noch die innerhalb der Hochlastzeitfenster auftretende Leistung zugrunde gelegt.

Rechtliche Grundlagen

Rechtliche Grundlage Ihres Anspruchs auf eine Netzentgeltsenkung ist der § 19 Abs. 2 Satz 1 StromNEV.

Maßnahmen zum Erreichen der Atypischen Netznutzung

  • Optimiertes Belegen der Maschinen und Anlagen
  • Lastmanagement
  • Schalten und Regeln von Maschinen und Anlagen
  • Speichern von Energie in Prozessen (Wärme, Kälte, Druckluft)
  • dezentrales Erzeugen von Strom
  • Einsatz von Speichern (Wärme, Kälte, Druckluft, Strom)

Netznutzungsentgelte in Deutschland

Mittelständische Industriekunden zahlen 2020 durchschnittlich pro Standort Netzentgelte in Höhe von 34 T€/a (1 GWh/a) bis 680 T€/a (20 GWh/a), Tendenz steigend.
Die aktuelle Studie von ELBE ENERGIE für den Verband „Die Familienunternehmer e.V.“ beinhaltet eine Prognose der Netzkosten bis 2030. Diese werden voraussichtlich um weitere 70-100 % steigen, bezogen auf das Basisjahr 2019.

Aus diesem Grund hat ELBE ENERGIE seit 2008 für über 200 Abnahmestellen von Unternehmen Projekte im Bereich atypischer Netznutzung umgesetzt und die Netzentgelte um bis zu 80 % gesenkt. Bundesweit konnten 2018 mehr als 5.200 Unternehmen von über 1.200 Mio. € reduzierten Entgelten profitieren.

Praxisbeispiele

Beispielhaft hier eine Auswahl der von ELBE ENERGIE erfolgreich umgesetzten Projekte:

Praxisbeispiel Silostandort
Ausgangssituation: Stromverbrauch 1,4 GWh/a, Jahreshöchstleitung 326 kW
Umgesetzte Maßnahmen: Lastmanagement, Schalten, Verriegeln und Regeln von Maschinen und Anlagen
Ergebnisse: maximale Leistung während der Hochlastzeitfenster: 185 kW, seit 2008 reduzierten sich die Netzentgelte um 11-19 T€/a, Paybackzeit 2,1 Jahre

Praxisbeispiel Verlagsgebäude
Ausgangssituation: Stromverbrauch 6,4 GWh/a, Jahreshöchstleitung 1.508 kW
Umgesetzte Maßnahmen: Lastmanagement, Schalten und Regeln von Maschinen und Anlagen, dezentrale Stromerzeugung
Ergebnisse: maximale Leistung während der Hochlastzeitfenster: 625 kW, seit 2011 reduzierten sich die Netzentgelte um 68 – 104 T€/a, Paybackzeit 2,9 Jahre

Praxisbeispiel Eisengießerei
Ausgangssituation: Stromverbrauch 27 GWh/a, Jahreshöchstleitung 6.923 kW
Umgesetzte Maßnahmen: Lastmanagement, Prozessverlagerung
Ergebnisse: maximale Leistung während der Hochlastzeitfenster: 1.639 kW, seit 2012 reduzierten sich die Netzentgelte um 342 – 556 T€/a, Paybackzeit 1,6 Jahre

Wenn Sie Ihre Netzentgelte wirksam reduzieren möchten, erstellt ELBE ENERGIE eine Kurzanalyse und berechnet die Wirtschaftlichkeit. Wir setzen auf Wunsch die Maßnahmen um oder begleiten Sie bei der Umsetzung. Anschließend regeln wir die vertraglichen Inhalte mit Ihrem Netzbetreiber und übernehmen die Anzeige- und Berichtspflichten gegenüber der Bundesnetzagentur (BNetzA).

Möchten auch Sie in den Genuss von geringeren Entgelten kommen und sich von steigenden Kosten abkoppeln?

Nehmen Sie Kontakt zu uns auf.