Der internationale Normentwurf zeigt schon heute wohin die Reise geht. Wurde die Messung der energiebezogenen Leistung in der Vergangenheit in einigen Unternehmen recht stiefmütterlich  behandelt, werden nun explizit höhere Anforderungen beschrieben.

In der ISO 50001 ist lediglich beschrieben, dass die Organisation angemessene Kennzahlen identifizieren, festlegen und durch einen Vergleich mit einer Ausgangsbasis überwachen muss. Das lässt einen großen Interpretationsspielraum offen. Dies führt nicht selten dazu, dass wenig aussagekräftige EnPI (Energieleistungskennzahlen) Verwendung finden.

Klären wir nun die Antwort, was es bedeutet, einen aussagefähigen EnPI zu bilden. Wir nähern uns dem Thema am Beispiel der Energieintensität eines Prozesses in einem Unternehmen des produzierenden Gewerbes. Diese wird i.d.R. über den Energieeinsatz / Produktionsoutput gemessen, allerdings durch Variablen und andere statistische Faktoren bestimmt. Als sehr einfaches Beispiel kann hier der Verlauf der Außentemperatur angeführt werden. Nehmen wir also an, dass unser Produktionsprozess einer Kühlung bedarf, welche im Winter über Freikühler realisiert wird.

Die Messplanung ISO 50006

Im Prozess selbst, ändern wir jetzt die Belegung der Anlage als organisatorische Effizienzmaßnahme. Kontinuierlich gemessen werden nun der Gesamtenergiebedarf der Anlage und die Stückzahl.  Es ist eine Veränderung erkennbar. Die Kennzahl hat sich zunächst verbessert, dann allerdings über das Frühjahr rapide verschlechtert. An dieser Stelle kann jeder folgen, wenn wir feststellen, dass ggf. die Außentemperatur das Ergebnis der Messung massiv beeinflusst hat. Auch kann nicht wirklich festgestellt werden, inwieweit die Veränderung der Belegung überhaupt zum Ergebnis beigetragen hat.

Messplanung ISO 50006

Stromverbrauch im Verlauf mit einer Produktionsvariable

An dieser Stelle muss empfohlen werden im Vorfeld den statistischen Zusammenhang zwischen Output und Energieeinsatz, sowie zwischen Außentemperatur und Energiesatz zum untersuchen.

Hierbei wird zwischen statistischen Faktoren und relevanten Variablen unterschieden. Am Ende der Untersuchungen zur Quantifizierung von relevanten Einflussfaktoren steht im optimalen Fall ein Modell, mit dem der (normierte)  Energieverbrauch vorhergesagt werden kann. Erst dann kann der Nachweis erbracht werden, inwieweit die Maßnahme „Änderung der Belegung“ zu einer Verbesserung bzw. Verschlechterung der energiebezogenen Leistung beigetragen hat.

Die Überlegungen Planung  und Methoden dieser Untersuchungen sind durch die Organisation in einer Messplanung festzuhalten.

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