„Wärmenetzsysteme 4.0“

Das Förderprogramm „Wärmenetzsysteme 4.0“ fördert den Bau von hochinnovativen Wärmenetzsystemen der vierten Generation zur nachhaltigen Versorgung von Wohn- und Nichtwohngebäuden sowie gewerblichen Prozessen mit Niedertemperaturwärme bis max. 95 °C über Investitionszuschüsse.

Fördergeber ist das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle).

Das Förderprogramm ist in zwei Module unterteilt. Gefördert werden in Modul eins Machbarkeitsstudien zur Untersuchung der Wirtschaftlichkeit sowie der technischen Umsetzbarkeit von Vorhaben. Die eigentliche Umsetzung der Vorhaben wird über das Modul zwei gefördert.

Ablauf

Vor dem Bau von Wärmenetzen soll die Machbarkeit im Rahmen von Studien nachgewiesen werden. Falls bereits Machbarkeitsstudien für ein Projekt existent sind, dürfen diese an die jeweils aktuellen Anforderungen des BAFA angepasst werden. Die Erstellung neuer Studien, sowie die Anpassung bestehender Studien sind bis zu 60 % förderfähig. Dabei beträgt die maximale Förderung 600.000 Euro (Netto). Die Machbarkeitsstudien sind nach Antragsstellung innerhalb von 12 Monaten anzufertigen, Anträge müssen bis zum 31.12.2020 gestellt werden.

Im Anschluss kann die Förderung für die Umsetzung über das Modul zwei beantragt werden. Dabei ist zwingend die Machbarkeitsstudie dem Antrag beizulegen. Nach Erhalt des Zuwendungsbescheids für das Modul zwei kann mit dem Bau des Wärmenetzsystems begonnen werden. Der Bau muss  innerhalb von 48 Monaten abgeschlossen werden. Dieser Zeitraum kann durch das BAFA verlängert werden, sofern die Verlängerung vor Ablauf der Umsetzungsfrist schriftlich wurde. Die maximale Förderhöhe beträgt 15 Millionen Euro pro Vorhaben.  Die Höhe der maximalen Förderquote ergibt sich aus einer Grundförderung von bis zu 30 %. Zuzüglich werden gleitende Prämien gewährt, so dass Gesamtförderquoten bis zu 75 % möglich sind.

Das Wichtigste in Kürze:

Was wird gefördert?

Machbarkeitsstudien mit Wirtschaftlichkeitsberechnungen zum Bau von Wärmenetzen, sowie der Bau von innovativen Wärmenetzen.

Wer wird gefördert?

Förderberechtigt sind sämtliche Unternehmen inkl. Ingenieurbüros und Projektentwickler, Gemeinden/Städte/Landkreise, kommunale Betriebe, kommunale Zweckverbände, eingetragene Vereine und eingetragene Genossenschaften. Antragstellende Konsortien sind zulässig.

Wie wird gefördert?

Modul eins: „Machbarkeitsstudien“

  • Investitionszuschuss für KMU bis zu 60 %, max. 600.000 €,
  • Investitionszuschuss für nicht-KMU bis zu 50 %, max. 600.000 €

Modul zwei: „Baus eines innovativen Wärmenetzsystems“

  • Basiszuschussquote für KMU bis zu 30 %,
  • Basiszuschussquote für Nicht-KMU bis zu 20 %,
  • darauf addiert werden können sogenannte Nachhaltigkeitsprämien
    • jeweils 0,2 Prozentpunkte für jeden Prozentpunkt, um den der Anteil erneuerbarer Energien 50 % übersteigt (d.h. + 10 % bei 100 % Speisung aus erneuerbaren Energien)
  • darauf addiert werden können sogenannte Kosteneffizienzprämien
    • jeweils 0,2 Prozentpunkte für jede 0,1 Cent, um die ein Brutto-Lieferpreis von 10 Cent pro kWh Wärme unterschritten wird
  • für besonders innovative Komponenten kann die Förderung auf bis zu 65 % für Nicht-KMU und 75 % für KMU erhöht werden.

Wichtige Rahmenbedingungen

Modul eins: „Machbarkeitsstudien“

Die Machbarkeitsstudie ist innerhalb von 12 Monaten anzufertigen.

Modul zwei: „Baus eines innovativen Wärmenetzsystems“

  • Anteil erneuerbarer Energien an der Wärme, die in das Wärmenetz eingespeist wird >= 50 %,
  • Anteil der Biomasse an der erneuerbaren Energie darf maximal 50 % betragen,
  • Anteil fossilen Brennstoffen zur Deckung der Spitzenlast max. 10 %,
  • Maximaler Wärmepreis 12 Cent (Brutto) (für 5 Jahre festgeschrieben)
  • Mindestens 100 Abnahmestellen und 3 GWh Wärmeabnahme,
  • Zu Textzwecken für Quartierskonzepte sind 20 Abnahmestellen zulässig,
  • Vorlauftemperatur   <=  95 °C,
  • Rücklauftemperatur >=  20 °C,
  • aber „kalte Wärmenetze“ zulässig.
  • Wärmespeicher notwendig
  • Stromerzeuger müssen über einen automatisierten strommarkt- bzw. netzdienlichen Betrieb verfügen.

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