Weiterführende Informationen zum Energieaudit

Betrachtung des Energieverbrauchs von Gebäuden im Energieaudit

Ein Energieaudit nach DIN EN 16247 muss nach § 8a EDL-G eine eingehende Prüfung des Energieverbrauchsprofils von Gebäuden oder Gebäudegruppen umfassen. Der Energieverbrauch von Gebäuden muss nur dann erfasst werden, wenn der Energieverbrauchsbereich „Gebäude und Gebäudegruppen“ im Unternehmen ein wesentlicher Energieverbrauchsbereich ist. Wenn ein Energieausweis nach § 18 EnEV vorliegt, welcher die nachfolgend genannten Bereiche vollständig abdeckt, kann auf eine Untersuchung der Gebäudehülle wie auch der Anlagen und Einrichtungen der Heizungs-, Kühl-, Raumluft- und Beleuchtungstechnik sowie der Warmwasserversorgung verzichtet werden.

Ausnahmen können weiterhin geltend gemacht werden, wenn der Energieverbrauch von Gebäuden kleiner als 10 % des gesamten Energieverbrauchs ist.

Für Mieter von Gebäuden oder Gebäudeteilen gilt eine besondere Regelung. Bei angemieteten Standorten bzw. Räumlichkeiten brauchen z.B. Sanierungsmaßnahmen, welche der Vermieter allein als Eigentümer vornehmen könnte, im Energieaudit nicht betrachtet zu werden.

Die Repräsentativität des Energieaudits wird auch dann als gewahrt angesehen, wenn auf eine Untersuchung der Gebäudehülle oder der Raumlufttechnik verzichtet wird, weil für das Gebäude ein gültiger, bedarfsbezogener Energieausweis nach § 18 EnEV vorliegt, der diese Bereiche vollständig abdeckt.

Transportwesen im Energieaudit

Auch der Transport des Unternehmens, der Unternehmensgruppe oder verbundener Partnerunternehmen ist Bestandteil des Energieaudits. Durch die Untersuchung des Transportwesens sollen Einsparpotentiale ermittelt werden, die sich im Bereich Kraftstoffverbrauch ergeben können. Hier soll insbesondere auch das Nutzerverhalten berücksichtigt werden. Eine hohe Anzahl an vergleichbaren Fahrzeugen kann zusammengefasst werden. Anhand von geeigneten Kennzahlen können Aussagen zur Energieeffizienz einzelner Fahrzeug- und Nutzergruppen getätigt werden. Der Transport kann ausgenommen werden, wenn sein Energieverbrauch weniger als 10 % des Gesamtverbrauchs beträgt. Der Verbrauch von Dienstwagen mit Privatnutzung ist ebenfalls nicht Bestandteil des Energieaudits.

 

Matrixaudit – Energieaudit im Matrixverfahren

Unternehmen, welche eine Vielzahl an gleichartigen Standorten betreiben, können ein sogenanntes Multi-Site-Verfahren im Energieaudit anwenden, bei dem Cluster von Standorten gebildet werden.

Die Prozesse müssen hierbei an allen Standorten im Wesentlichen gleichartig sein und mit ähnlichen Methoden und Verfahren durchgeführt werden. Unternehmen, die ihre Geschäfte an verschiedenen Standorten durch miteinander verknüpfte Prozesse abwickeln, sind ebenfalls für die stichprobenartige Überprüfung geeignet. Sind nicht überall gleichartige Prozesse und Verfahren vorhanden, muss jeder energieverbrauchsrelevante Prozess mindestens einmal im Energieaudit berücksichtigt werden.

Folgende Kriterien können zur Clusterbildung herangezogen werden:

  • Funktion der Liegenschaften (Produktionsgebäude, Verwaltungsgebäude, Filialen, etc.)
  • Energieverbrauchsprofile
  • Größe und Mitarbeiterzahl der Standorte
  • Baujahr der Gebäude
  • Komplexität der Prozesse und Verfahren

Als repräsentativ wird das Energieaudit angesehen, wenn aus jedem Cluster eine Anzahl von Standorten ausgewählt wird, die der Quadratwurzel der Gesamtzahl der Standorte im Cluster entspricht (bei nicht ganzzahligen Ergebnissen wird jeweils aufgerundet). Alle Cluster sollen im Energieaudit Berücksichtigung finden.

Die ermittelten Potentiale zur Senkung des Energieverbrauchs und der Energiekosten dürfen standortspezifisch sein.

Darüber hinaus muss im Auditbericht begründet werden, welche Kriterien bei der Standortauswahl im Energieaudit berücksichtigt wurden; dies sollte auf das jeweilige Cluster bezogen werden. Angaben zur Vergleichbarkeit der Standorte werden ebenfalls durch das BAFA gefordert.

Multi-Site-Verfahren bei Unternehmensverbünden und Partnerunternehmen

Das Multi-Site-Verfahren kann auf Partner- und/oder verbundene Unternehmen ausgeweitet werden, wenn eine Clusterung auf vergleichbare Standorte der jeweiligen Unternehmen erfolgt. Für nicht vergleichbare Standorte und Unternehmensteile muss ein eigenständiges Energieaudit durchgeführt werden. Auch innerhalb dieser Verfahrensweise muss eine für die Durchführung des Energieaudits verantwortliche Stelle (Unternehmen oder Personen) von der Unternehmensleitung benannt werden. Eine schriftliche Bestätigung über die Teilnahme am Energieaudit sollten alle teilnehmenden Unternehmensteile von der Leitung erhalten. Der Energieauditbericht kommt allen Teilnehmern zu. Klar hervorgehen sollte hieraus, welche Effizienzmaßnahmen für welchen Unternehmensbereich gelten.

Standorte ohne Energieverbrauch

Dort, wo keine Energie verbraucht wird (z.B. bei Vorrats- oder Mantelgesellschaften), ist ein Energieaudit nicht sinnvoll. Dies hat der Gesetzgeber erkannt und Ausnahmen zugelassen.

Repräsentativität und Ausnahmen von der Energieauditpflicht

Ein Energieaudit für ein einzelnes Unternehmen, einen einzelnen Standort, mehrere Standorte oder für eine Gruppe von Unternehmen bzw. Partnerunternehmen wird dann als repräsentativ angesehen, wenn das Energieaudit mindestens 90 % des Gesamtenergieverbrauchs umfasst. Bei dieser Betrachtung ist wichtig, dass nicht nur die Energieträger Strom und Erdgas, sondern auch alle anderen Energieträger summiert werden. Hier ist wichtig, dass Energieverbrauch nicht doppelt bilanziert wird. So ist beispielsweise der vom Energieversorger bezogene Strom auf der Bezugs- und der zur Druckluftproduktion eingesetzte Strom auf der Verbrauchsseite zu bilanzieren.

Dies ermöglicht es den Unternehmen, stets den Blick auf wesentliche Energieverbräuche zu lenken und Ausnahmen so zu definieren, dass ein Mehrwert für die Organisation entsteht.

Beispiele für den Ausschluss aus dem Energieaudit aufgrund der „Zehn-Prozent-Regel“ können sein:

  • Standorte
  • Liegenschaften
  • Funktionsbereiche
  • Transportwesen
  • Prozesse
  • Gebäude
  • Anlagen
  • Vorübergehende Standorte
  • Energieverbrauch im Ausland

Das Energieaudit sollte auf aktuellen, kontinuierlich oder zeitweise gemessenen, nachweisbaren Daten zum Energieverbrauch basieren. Das Energieaudit muss so repräsentativ sein, dass sich daraus ein zuverlässiges Bild der Gesamtenergieeffizienz ergibt.

Frist für die Durchführung von Energieaudits

Stichtag für die erstmalige Durchführung von Energieaudits war der 05.Dezember 2015. Bis zu diesem Zeitpunkt mussten alle Unternehmen, die der Energieauditpflicht unterliegen, erstmalig ein Energieaudit durchführen. Im Abstand von maximal 4 Jahren muss ein Folgeaudit durchgeführt werden. Die Fristen zur Durchführung von Energieaudits für die Folgezeiträume lauten demnach:

  • Dezember 2019
  • Dezember 2023
  • Dezember 2027

Bußgeldvorschriften im Zusammenhang mit Energieaudits

Die Nicht-Durchführung eines Energieaudits ist eine Dauerordnungswidrigkeit und entbindet nicht von der Pflicht der Durchführung. In diesem Rahmen kann ein Bußgeldbescheid erlassen werden, falls die notwendigen Nachweise nicht beigebracht werden können. Geht die Ordnungswidrigkeit nach der Erlangung der Rechtskraft des Bußgeldbescheids weiter, gilt dies somit als neue Ordnungswidrigkeit. Daneben bilden auch die nicht rechtzeitige, nicht vollständige oder nicht korrekte Durchführung eines Energieaudits Anlass zur Verhängung von Bußgeldbescheiden.

Beratungskapazitäten und Stichtag zur Durchführung von Energieaudits

Die Erfahrungen der Elbe Energie zeigen, dass etliche Unternehmen seitens des BAFA aufgefordert wurden, die erforderlichen Nachweise über die Durchführung des Energieaudits beizubringen. Wir schätzen daher das Kontrollnetz als engmaschig ein und empfehlen den Organisationen, rechtzeitig die Erfüllung der Plicht zur Durchführung von Folgeaudits sicherzustellen. Die Unternehmen unterschätzen häufig den internen Aufwand zur Energiedatenermittlung und können so nicht immer die Frist zur Durchführung nachweislich einhalten. Die Anzahl von Energieaudits, welche im Jahr 2019 durchgeführt werden können, ist begrenzt. Es ist sehr sinnvoll, schon 2018 mit der Durchführung des Audits zu beginnen und das Energieaudit mit einem Auditbericht abzuschließen, der das Datum des Stichtags 05. Dezember 2019 trägt. Ein weiterer Vorteil der frühzeitigen Beauftragung kann hier aufgezeigt werden: Sind der Organisation Energieeinsparpotentiale früher bekannt, ergeben sich Wettbewerbsvorteile durch die frühere Umsetzung von Projekten zur Energiekostensenkung.

Folgeaudits (Wiederholungsaudits) im Rahmen der Energieauditpflicht

Für einfache Unternehmensstrukturen (zum Beispiel: Ein einziger Standort), bei denen keine wesentlichen Änderungen am Energieverbrauch oder an den Energieverbrauchern stattgefunden haben, kann nach Anpassung der Verbraucherverzeichnisse und Aktualisierung der Energieverbrauchsdaten sowie einer Begehung durch den Energieauditor eine einfache Aktualisierung des Energieauditberichts erfolgen. In Clustern werden andere Standorte, Verbraucher zur Analyse und Begehung ausgewählt, als im ersten Energieaudit berücksichtigt wurden. So ergeben sich leicht neue Energieeinsparpotentiale für die Organisation. Daher ist es ratsam, die im ersten Energieaudit begonnene Datensammlung fortlaufend zu pflegen und ihre Aktualität sicherzustellen.

Wer darf Energieaudits durchführen?

Die Anforderungen an einen Energieauditor ergeben sich aus § 8b EDL-G. Er muss für die auditierten Bereiche die erforderliche Fachkunde nachweisen können. Dies kann eine unternehmensinterne, aber auch externe Person sein. Wie in allen Audits üblich, muss er unabhängig von den auditierten Prozessen sein und unterliegt einem Provisionsverbot. Die größtmögliche Rechtssicherheit hinsichtlich der Auswahl eines Energieauditors erlangt die Organisation dadurch, dass sie eine beim BAFA registrierte Person beauftragt. Weitere Hinweise ergeben sich aus dem BAFA- Merkblatt („Hinweise zur Registrierung von Energieaudits durchführenden Personen“).

Elbe Energie verfügt über erfahrene und beim BAFA registrierte Energieauditoren, welche gerne Ihren Energieaudit-Prozess mit Ihnen planen.

Nehmen Sie jetzt KONTAKT zu uns auf.

Rechtlicher Hinweis: Alle Texte auf dieser Internetpräsenz wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, stellen jedoch keine Rechtsberatung dar. Für die ordnungsgemäße Erfüllung der Energieauditpflicht, gelten die einschlägigen rechtlichen Bestimmungen.