Was ist Demand Side Management (DSM)?

Leistung optimal steuern

Mit Demand Side Management können Verbraucher ihren Stromverbrauch beeinflussen. Durch dieses Lastmanagement lassen sich die schwankende Stromerzeugung aus Erneuerbare-Energien-Anlagen ausgleichen und neue Erwerbsquellen erschließen.

Was ist Demand Side Management (DSM)?

Die Ziele der Bundesregierung und der Europäischen Union hinsichtlich der Reduktion des CO2-Ausstoßes sind ehrgeizig. Als Erfolgsfaktor gilt das sogenannte Demand Side Management (DSM). Als Demand Side Management bezeichnet man die Steuerung von Strombedarf, Stromerzeugung und Speicherprozessen vor allem in der Industrie durch das gezielte Ab- und Zuschalten oder Regeln von Lasten, Erzeugungsanlagen und Speichern aufgrund von Marktsignalen.

Bisher wurde die Stromproduktion der Kohle- und Kernkraftwerke an die Abnahme der Stromverbraucher angepasst. Diese Kraftwerke sind allerdings sehr träge hinsichtlich ihres Regelverhaltens. Mit dem Fortschreiten der Energiewende ist es zunehmend schwieriger, Erzeugung und Verbrauch aufeinander abzustimmen. Sonne und Wind lassen sich nicht steuern. Im Strommarkt der Zukunft gilt daher ein anderer Ansatz. Der verbraucherseitige Strombezug muss sich teilweise an die Stromproduktion anpassen. Dies funktioniert in erster Linie über Marktinstrumente.

Die Waschmaschinen in Haushalten sollten arbeiten, wenn viel Strom angeboten wird. Beim Anbieter Stadtwerke Norderstedt sparen Privatkunden so bis zu 36 % beim Arbeitspreis (Preisstand 01.01.2020). Digitale Stromzähler ermöglichen zukünftig die gezielte Steuerung von Verbrauchern in privaten Haushalten.

Im Gebäudebereich existieren bereits Steuerungskonzepte, die DSM beinhalten, z. B. (METEOVIVA). Die „Aufladung“ eines Gebäudes mit Wärme oder Kälte erfolgt in Zeiten niedriger Energiepreise. Die Bausubstanz dient dabei als Energiespeicher.

Wie kann Ihr Unternehmen von Demand Side Management profitieren?

Mit Demand Side Management (DSM, Lastmanagement) flexibilisieren Sie Ihre Stromproduktion und -nachfrage.
Es entstehen Erlösquellen, die sich positiv auf Ihr Ergebnis auswirken, gleichzeitig sinken Ihre Stromkosten.
Das Einsparpotential ist in Industriebetrieben, vor allem in energieintensiven Branchen am höchsten. Dort existieren Potentiale, die Produktionslinien durch Puffer so zu gestalten, dass eine zeitliche Entzerrung des Produktionsflusses möglich wird. Dies erhöht nicht nur die Kontinuität des Outputs, es senkt auch den Einfluss von Maschinenstörungen auf die Overall Equipment Effectiveness (OEE). Ganz nebenbei entstehen Erlöspotentiale durch DSM.

Folgende Branchen nutzen heute Erlöspotentiale durch das Ab- und Zuschalten oder Regeln von Lasten und Stromerzeugern:

  • Metallindustrie
  • Glasindustrie
  • Chemieindustrie
  • Holz-, Baustoff- und Nahrungsmittelindustrie
  • Futtermittel und Getränke
  • Glas, Keramik, Steine, Erden
  • Maschinenbau, Fahrzeugbau
  • Holzindustrie
  • Hochbau und Tiefbau
  • Energie-, Wasser- und Abfallwirtschaft
  • Elektronikindustrie

DSM findet Einsatz, wo eine Lastverschiebung keine Beeinträchtigungen des betrieblichen Ablaufs mit sich bringt.

Beispiele für Demand Side Management Prozesse

Prozesswärme
Trägermedien von Prozesswärme (Warmwasser, Thermoöle etc.) und die gewärmten Produkte reagieren träge auf Temperaturänderungen und dienen als Wärmespeicher.
Beispiele: Beheizen von Bädern zum Härten, Beschichten, Galvanisieren

Kühlen
Trägermedien von Prozesskälte, tiefgefrorene Produkte oder gekühlte Gebäude reagieren träge auf Temperaturänderungen und dienen als Kältespeicher. Ein Tiefkühllager kann, dort wo ohne Auswirkungen auf die Produktqualität möglich, auf -22°C gekühlt werden. Dadurch entsteht ein Zeitpuffer, der es ermöglicht Kältemaschinen abzuschalten, wenn ein Regelenergiezeitfenster benötigt wird. Die Maximaltemperatur von -18°C kann so im Regelenergiezeitfenster eingehalten werden.
Beispiele: Industriekälte, Gebäudeklimatisierung, Kühlhäuser

Verarbeiten, Lagern
Prozesse, bei denen vorher und nachher ein Lagern stattfindet, dienen als Materialspeicher
Beispiel: Behälterfertigung mittels Presse

Im Beispiel erzeugt eine Presse 6.000 Behälter pro Minute, die von einem Folgeprozess weiterverarbeitet werden. Durch ein Pufferband ist es möglich ein Zeitfenster für Regelenergie von 15 Minuten zu schaffen.
Dazu läuft die Presse eine Zeit lang mit doppelter Geschwindigkeit, bis das Pufferband gefüllt ist. Im Zeitfenster wird die Presse abgestellt. Die Produktion läuft weiter, da sich das Pufferband leert.
Während des Stillstands können Instandhaltungssarbeiten an der Presse stattfinden.

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