Was ist Regelenergie? 

Teilnahme am Regelenergiemarkt

Neben den Kostensenkungspotentialen ergeben sich für Anlagenbetreibern Ertragschancen durch die Teilnahme am Regelenergiemarkt. Hier stellen wir Ihnen die wichtigsten Aspekte der Regelenergie dar.

Was ist Regelenergie?

„In einem elektrischen Energieversorgungssystem müssen sich Erzeugung und Verbrauch elektrischer Energie immer die Waage halten, da sich Energie nur sehr geringfügig in einem elektrischen Energieversorgungssystem speichern lässt. Abweichungen zwischen Erzeugung und Entnahme werden durch den Einsatz von Regelenergie ausgeglichen, damit es zu keiner Gefährdung der Systemstabilität kommt.

Regelenergie (auch „Regelleistung“ genannt) ist die Energie, die ein Netzbetreiber benötigt, um unvorhergesehene Schwankungen in seinem Stromnetz auszugleichen.
Es wird zwischen positiver und negativer Regelenergie unterschieden. Wenn die ins Netz eingespeiste Energie die zum selben Zeitpunkt entnommene Energie übersteigt, liegt ein Leistungsüberschuss im Netz vor. In diesem Fall benötigt der Netzbetreiber negative Regelenergie durch Stromabnehmer, die dem Netz kurzfristig Strom entziehen. Bei nicht prognostizierter erhöhter Stromnachfrage ist positive Regelenergie erforderlich. Der Netzbetreiber ruft in diesem Fall kurzfristig zusätzliche Energie ab.“

Quelle: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/ElektrizitaetundGas/Unternehmen_Institutionen/Versorgungssicherheit/Engpassmanagement/Regelenergie/regelenergie-node.html
(Zugriff: 01.02.2020)

Präqualifikation

Nicht jedes Kraftwerk beteiligt sich an der Primärregelung. Vielmehr muss die Leistungsbereitstellung durch sogenannte Präqualifikation nachgewiesen werden. Es werden Daten der Erzeugungsanlage wie beispielsweise Nennleistung, Maximal- und Minimalleistung (netto), Spannungsebene oder die Bilanzkreiszugehörigkeit übermittelt. In einem Bewertungsverfahren zeigt sich, ob die Anlage den Reaktionskriterien entspricht.

Arten von Regelenergie

Je nachdem, wie schnell die Regelenergie zur Verfügung stehen muss, trägt sie unterschiedliche Bezeichnungen:

Primärregelenergie

Sie kommt als erstes zum Einsatz. Im Markt für die Primärregelleistung muss eine Leistung von mindestens 1 MW innerhalb von 30 Sekunden abrufbar sein und für mindestens 15 Minuten bereitstehen.
Die Primärreserve wird wöchentlich ausgeschrieben.

Sekundärregelenergie

Mit der Sekundärregelenergie wird eine Störung bis zu fünf Minuten lang ausgeglichen. Im Sekundärregelleistungsmarkt muss eine Leistung von mehr als 1 MW innerhalb von fünf Minuten bereitstehen. Diese wird hauptsächlich von Gas- oder Pumpspeicherkraftwerken zur Verfügung gestellt. Aber auch gebündelte Kleinanlagen wie BHKW, PV-Anlagen oder Notstromaggregate bieten Sekundärreserven an. Ein Kraftwerkspool muss dabei mindestens 1 MW Regelleistung bereitstellen.
Eine Reaktion auf die Abfrage muss innerhalb von 30 Sekunden erkennbar sein.
Die Sekundärreserve wird kalendertäglich ausgeschrieben.

Minutenreserve

Wenn weitere Regelleistung notwendig ist, kommt die Minutenreserve zur Anwendung. Diese ruft der Übertragungsnetzbetreiber zur Stützung der Netzfrequenz (Ziel: 50 Hertz) mit einer Vorlaufzeit von 15 Minuten ab. Die Minutenreserve wird hauptsächlich von Gas- oder Pumpspeicherkraftwerken zur Verfügung gestellt. Aber auch gebündelte Kleinanlagen wie BHKW, PV-Anlagen oder Notstromaggregate bieten Minutenreserven an. Ein Kraftwerkspool muss dabei mindestens 1 MW Regelleistung bereitstellen.
Die Minutenreserve wird kalendertäglich ausgeschrieben.

Regelenergiemärkte

Die Übertragungsnetzbetreiber decken ihren Bedarf an Primär- und Sekundärregelenergie sowie an der Minutenreserve über einen Markt entsprechend der Vorgaben des Bundeskartellamtes. Dazu steht eine Internetplattform zur Verfügung. Die Beschaffung erfolgt über Ausschreibungen. Durch die Möglichkeit, Einheiten zu poolen, ist auch Kleinanbietern eine Teilnahme möglich. Auch beim Pooling muss jede Einheit separat präqualifiziert werden.

Das Vergüten der Regelenergie erfolgt über zwei Preisbestandteile.

Leistungspreis
Der Leistungspreis ist eine Provision für das Vorhalten der Reserve. Der jeweils günstigste Anbieter bekommt zuerst den Zuschlag.

Arbeitspreis
Der Arbeitspreis ist eine Provision für den Abruf der Regelenergie. Der Arbeitspreis entspricht dem vom Anbieter angebotenem Preis. Auch hier bekommt der jeweils günstigste Anbieter zuerst den Zuschlag.

Leistungspreise und Arbeitspreise sind Gebotspreise. Sie unterliegen Marktschwankungen bei den stattfindenden Regelenergieauktionen.

Gerne untersuchen wir Ihre Möglichkeiten, am Regelenergiemarkt teilzunehmen. Entweder über zeitversetzte Zu- / Abschaltung von Anlagen oder über die Regelung Ihrer Stromerzeugung.

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