Ablauf Energieaudit 

Struktur des Auditprozesses

 

 

Ablauf eines Energieaudits nach DIN EN 16247

Einleitender Kontakt im Energieaudit

Der Energieauditor legt mit der Organisation die Rahmenbedingungen zum Energieaudit fest. Dies umfasst die mit der Beratung verbundenen Ziele und Erwartungen sowie die Kriterien, an denen Energieeffizienzmaßnahmen gemessen werden sollen.

Auftakt-Besprechung im Energieaudit

Hier werden die zu liefernden Daten, Anforderungen an Messungen und Vorgehensweisen für die Installation von Messmitteln erläutert. Es findet eine Abstimmung über die praktische Durchführung des Energieaudits statt. Dazu gehört, dass das Unternehmen eine für die Begleitung des Energieaudits verantwortliche Person benennt. Standortspezifische Gegebenheiten, einzuhaltende Sicherheitsbestimmungen und Termine zu den einzelnen Stufen des Energieaudits werden festgelegt.

Am Ende der Auftakt-Besprechung zum Energieaudit ist jedem Beteiligten klar, was zu welchem Zeitpunkt durch welche Person zu erledigen ist, damit das Energieaudit zu einer nachhaltigen Senkung der Energiekosten und des Energieverbrauchs führt.

Außerdem ist je nach Unternehmensziel festgelegt, welche Kennzahlen und Bewertungsmethoden zur Bewertung der Energieeinsparpotentiale im Bericht zum Energieaudit verwendet werden.

Energieanalyse im Energieaudit

In dieser Phase stellt der Energieauditor die IST-Situation der energiebezogenen Leistung fest. Hierbei findet eine Aufschlüsselung des Energieverbrauchs auf der Verbrauchs- und Versorgungsseite statt. Auf dieser Grundlage bestimmt er Ansätze zur Verbesserung der Energieeffizienz. An dieser Stelle ist auch die Erstellung eines Sankey-Diagramms (Energieflussdiagramms) angemessen. Diese Verbesserungsmöglichkeiten werden nach festgelegten Kriterien bewertet. Die Zuverlässigkeit der Daten, die angewandten Berechnungsmethoden sowie die getroffenen Annahmen werden aufgezeigt. Hier bietet sich die Erarbeitung von Tabellen als Darstellung der Potentiale zur Energiekostensenkung an. Dies ermöglicht dem Kunden ein einfaches Lesen des Berichts zum Energieaudit.

Kennzahlen und Maßnahmenbewertung im Energieaudit

Wie in der Auftakt-Besprechung zum Energieaudit festgelegt, werden bei der Darstellung der Potentiale zur Senkung der Energiekosten brauchbare Energiekennzahlen (EnPI) festgelegt. Diese werden möglichst um Energieeinflussfaktoren und weitere Variablen bereinigt.

Diese könnten wie folgt lauten:

  • Druckluftleckageleistung [kW/ h]
  • Kälteerzeugung [MWh Kälte/ MWh Strom]
  • Lichtleistung [lm/ kW]
  • Produktionsleistung [t/ MWh] ; [t/ €] ; [t/ t CO2]
  • Dampferzeugung [MWh Dampf/ MWh Gas]
  • Wärmeerzeugung [MWh Wärme/ MWh Brennstoff]

Insbesondere für Entscheider ist es ratsam, Kennzahlen mit Energiekostenbezug abzuleiten. Für Techniker sind Kennzahlen mit Energieverbrauchsbezug relevant. Für alle Adressaten des Auditberichtes kann so durch das Energieaudit ein erheblicher Mehrwert entstehen.

Datenerfassung im Energieaudit

Der Energieauditor erfasst Informationen und Daten zu den Energie verbrauchenden Systemen, Prozessen, Einrichtungen und Dienstleistungen. Er erfasst weiterhin quantifizierbare Variablen bzw. Energieeinflussfaktoren, die den Energieverbrauch und damit die Energiekosten beeinflussen. Vorherige Untersuchungen im Unternehmen in Bezug auf Energie und Energieeffizienz sowie Energietarife, aber auch Konstruktions-, Betriebs- und Wartungsdokumente und relevante wirtschaftliche Daten werden hier berücksichtigt. Messdaten werden bewertet und um Energieeinflussfaktoren bereinigt. Durch diese Stufe des Energieaudits wird die Grundlage geschaffen, Energieeffizienzmaßnahmen mit hinreichender Genauigkeit bewerten zu können. Gleichzeitig kann dadurch festgelegt werden, welche Energieverbraucher während des Außeneinsatzes im Rahmen des Energieaudits durch den Energieauditor begutachtet werden.

 

Außeneinsatz im Energieaudit

Der Energieauditor begeht das zu prüfende Objekt, um den Energieeinsatz zu evaluieren und Bereiche und Prozesse zu ermitteln, für die zusätzliche Daten benötigt werden. Arbeitsabläufe sowie das Verhalten der Nutzer und ihr Einfluss auf den Energieverbrauch und die Effizienz werden untersucht. Im Rahmen von Befragungen, zum Beispiel der Mitarbeiter, wird außerdem festgestellt, inwieweit diese Einfluss auf den Energieverbrauch haben. Auf dieser Basis werden erste Verbesserungsvorschläge generiert. Dabei wird auch sichergestellt, dass Messungen unter realen Bedingungen stattfinden und verlässlich sind. Die zuvor festgelegten Energieverbraucher werden untersucht, um Potentiale zur Energieverbrauchs- und Energiekostensenkung zu ermitteln.

Auditbericht zum Energieaudit

Der Bericht des Energieauditors wird transparent, schlüssig und nachvollziehbar gestaltet. Er enthält eine Zusammenfassung, allgemeine Informationen zum Hintergrund, die Dokumentation der Energieberatung und eine Liste der Möglichkeiten zur Verbesserung der Energieeffizienz mit

  • Empfehlungen und Plänen zur Umsetzung,
  • Priorisierungen,
  • Annahmen, die für die Berechnung der Energieeinsparungen verwendet wurden,
  • Informationen über Fördermittel,
  • geeigneten Wirtschaftlichkeitsanalysen,
  • Vorschlägen für Mess- und Nachweisverfahren für eine Abschätzung der Einsparung nach der Umsetzung,
  • möglichen Wechselwirkungen mit anderen vorgeschlagenen Empfehlungen und
  • Schlussfolgerungen.

In der Zusammenfassung ist es hilfreich, die oben genannte Tabelle als Übersicht für den Leser zu verwenden. So kann durch den Entscheider einfach die Umsetzung erster Maßnahmen eingeleitet werden. Das Unternehmen kann so schneller von den Energiekostensenkungen profitieren, welche sich aus dem Bericht zum Energieaudit ergeben.

Abschlussbesprechung zum Energieaudit

In der abschließenden Besprechung präsentiert der Energieauditor seine Ergebnisse, erklärt diese bei Bedarf und übergibt den Bericht. Eine Powerpoint-Präsentation kann hier hilfreich sein, die Ergebnisse des Energieaudits für alle interessierten Kreise verständlich darzustellen.

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