Was ist die ISO 50006? 

Energiebezogene Leistung messen

 

 

Was ist die ISO 50006?

Die ISO 50006 trägt den Titel „Energiemanagementsysteme – Messung der energiebezogenen Leistung unter Nutzung von energetischen Ausgangsbasen (EnB) und Energieleistungskennzahlen (EnPI) – Allgemeine Grundsätze und Leitlinien“. Sie ist eine Norm mit vielen Hinweisen zum Umgang mit Energieleistungskennzahlen (EnPIs) und der energetischen Ausgangsbasis (EnB). Diese internationale Norm ergänzt das Energiemanagementsystem ISO 50001.
Energieleistungskennzahlen und energetische Ausgangsbasen sind zwei miteinander zusammenhängende Schlüsselelemente der ISO 50001, die dazu dienen die Messung und die Steuerung der energiebezogenen Leistung in einer Organisation zu realisieren.
Die Organisationen erhalten somit eine praktische Anleitung, um den Anforderungen der ISO 50001 in Bezug auf die Aufstellung, Nutzung und Anpassung von Energieleistungskennzahlen und energetischen Ausgangsbasen bei der Messung der energiebezogenen Leistung und ihrer Veränderungen zu gewähren. Dabei steht der Fokus auf den Bereichen Kennzahlen, Einflussfaktoren und Nachweis von Einsparungen.

Wie wird die energiebezogene Leistung gemessen?

Die energiebezogene Leistung wird mit Hilfe von EnPIs und EnBs bestimmt.

Messergebnisse der energiebezogenen Leistung können als absoluter Energieverbrauch (z. B. kWh), als spezifischer Energieverbrauch (SEV)   (z. B. kWh/Mengeneinheit), als Leistung (z. B. kW), als prozentuale Änderung der Effizienz oder dimensionsloses Verhältnis usw. ausgedrückt werden.

Was sind Energieleistungskennzahlen nach ISO 50006?

Die Energieleistungskennzahl ist ein „quantitativer Wert oder [eine] Messgröße für die energiebezogene Leistung, wie von der Organisation definiert“.

Um eine Senkung des Energieverbrauches und damit der Kosten messbar zu machen, bedarf es definierter Kennzahlen. Energieleistungskennzahlen (EnPI) dienen dazu, die energiebezogene Leistung messbar zu machen. Es sind statistische Größen, welche sich auf ganze Unternehmen, Standorte oder auf einzelne Prozesse beziehen. Darüber hinaus können sie dazu genutzt werden, die Prozesseffizienz oder Prozessqualität zu überwachen. Werden diese Energieleistungskennzahlen (EnPI) im Unternehmen standardisiert, spricht man von einem Kennzahlensystem.

In der Regel bestehen diese Energiekennzahlen aus einer physikalischen Mess- und einer Bezugsgröße, optimalerweise ausgedrückt in Leistung und einer Nutzeneinheit. Dies kann eine elektrische Leistung gemessen in Kilowatt [kW] im Verhältnis zu einer Produktionsleistung, zum Beispiel in Tonnen pro Stunde [t/h] sein. Wichtig sind eine exakte Systemabgrenzung und die statistische Bereinigung der Größen um Einflussfaktoren.

Alle EnPI sollen regelmäßig überprüft, gemessen, interpretiert und mit der energetischen Ausgangsbasis verglichen werden.

Es gibt insgesamt vier Hauptarten von Energieleistungskennzahlen:

  • gemessener Energiewert durch einen Zähler
  • Verhältnis von Messwerten (Energieeffizienz)
  • statisches Modell: Beziehung zwischen Energieverbrauch und geeigneten Variablen anhand einer Regressionsanalyse
  • technisches Modell: Beziehung zwischen Energieverbrauch und geeigneten Variablen anhand technischer Simulation

 

Planen von Energieleistungskennzahlen

Folgende Fragen sollten Sie vor der Planung von Energiekennzahlen und dem Einbau von Energiemessungen beantworten:

  • Welche Verbrauchsbereiche existieren?
  • Welche Produkte, Dienstleistungen oder Aktivitäten stellen wir bereit?
  • Wie kann der Umfang unserer Aktivitäten bestimmt werden?
  • Wie kann der unternehmerische Erfolg quantifiziert werden?
  • Welche Prozesskennzahlen sind heute schon vorhanden?
  • Welche Variablen beeinflussen den Energieverbrauch der Bereiche?
  • Wie können diese Variablen quantifiziert werden?
  • Welche Messgenauigkeit ist erforderlich?
  • Welche statistischen Faktoren beeinflussen den Energieverbrauch?

Beispiele für Energieleistungskennzahlen

  • Druckluftleckageleistung [kW/h]
  • Kälte[MWhKälte/MWhStrom]
  • Lichtleistung[lm/kW]
  • Produktion [t/MWh]; [t/€]; [t/tCO2]
  • Dampfterzeugung [MWhDampf/MWhGas]
  • Wärmeerzeugung [MWhWärme/MWhBrennstoff]

Was sind energetische Ausgangsbasen EnBs (en: energy baselines) nach ISO 50006?

Die energetische Ausgangsbasis ist als „quantitative(r) Referenzpunkt(e) als Basis für einen Vergleich der energiebezogenen Leistung“ definiert. Die energetische Ausgangsbasis (Baseline) ist eine Bezugsgröße und dient für die Beurteilung der Entwicklung der Energieeffizienz. Jede Energieleistungskennzahl benötigt ihre eigene energetische Ausgangsbasis. Die Baseline bezieht sich auf einen festgelegten Zeitraum, in der Regel ein Jahr. Veränderungen der energiebezogenen Leistung müssen in Bezug auf die energetische Ausgangsbasis gemessen und bewertet werden. Externe Einflussgrößen zur Normierung sollten in die Bewertung der energetischen Ausgangsbasis berücksichtigt werden.

Laut ISO 50006 ist bei der Bestimmung der energetischen Ausgangsbasis folgendes zu beachten:

  • Bestimmung des spezifischen Zwecks, für den die energetische Ausgangsbasis verwendet wird
  • Festlegung des relevanten Bezugszeitraumes
  • Datensammlung
  • Festlegung und regelmäßige Überprüfung der energetischen Ausgangsbasis

Die Elbe Energie GmbH unterstützt (Link zum Produkt) Sie bei der Festlegung und Nutzung geeigneter Energieleistungskennzahlen sowie der energetischen Ausgangsbasis. Somit können Sie Energieeinsparungen quantitativ berechnen und sicherstellen.

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