Für viele Unternehmen ist dies eine erfreuliche Nachricht zum Jahreswechsel: Die Netzentgelte für Strom sind mit dem Jahreswechsel zum Teil deutlich gesunken, im Schnitt um die 10%. In Einzelfällen, insbesondere auf der Hochspannungsebene, konnten wir für unsere Kunden sogar Einsparungen von bis zu 40 % identifizieren.

Doch was bedeutet diese Entwicklung für Ihre geplanten Investitionen in die Eigenversorgung? Werden PV-Anlagen und Batteriespeicher durch günstigere Netzkosten unattraktiver? Unsere aktuelle Analyse zeigt: Der erste Blick täuscht

Der erste Blick täuscht

Aus der Reduktion der Netzentgelte ließe sich schließen, dass die Eigenversorgung in der Kundenanalage mit PV und Batterie unattraktiver würde, da diese in Konkurrenz zu den Energiekosten aus dem öffentliche Netz stehen. Auf den ersten Blick ist dies gut nachvollziebar, da insbesondere PV-Anlagen ihren Strom in der Kundenanalage immer in Konkurrenz zu den öffentlichen Netzentgelten bereitstellen. Sinken die Netzentgelte und damit auch die Gesamtstromkosten, wird der Strom im Eigenverbrauch relativ gesehen unattraktiver.

Allerdings sehen wir auch einen anderen Effekt durch die reduzierten Netzentgelte, der die Wirtschaftlichkeit von eigenen Batterien in der eigenen Kundenanalge, also „hinter dem Zähler“ positiv verändert. Der Business Case für den Batterieeinsatz beruht im Wesentlichen auf 3 Säulen, die sich durch die Preisänderungen in einem neuen Licht darstellen.

Drei Säulen für den wirtschaftlichen Nutzen von Batterien

Eigenverbrauchsoptimierung: Erhöhung des Eigenverbrauchs von PV-Strom aus eigener Anlage (z.B. auf dem eigenen Hallendach)

Hier ist die Zwischenspeicherung von überschüssigem PV-Strom relevant, die im Vergleich zu preislich ungünstigen Einspeisezeitpunkten wirtschaftlich viel besser zu anderen Zeiten in der eigenen Kundenanalage genutzt werden kann, da er dann teuren Strom aus dem Netz verdrängt.

Arbitrage-Geschäfte: gezieltes Laden bei niedrigen Spotmarktpreisen und Entladen bei hohen Preisen

Hier ist die Volatilität der Energiepreise im ¼ h Bereich von besonderem Interesse, da die Wirtschaftlichkeit der Batterie mit möglichst vielen Lade- und Entladezyklen zu guten Preisspreizungen einhergeht.

Lastmanagement (Peak Shaving): Die gezielte Begrenzung (bzw. Kappung) von Lastspitzen, um die teuren Leistungspreise der Netznutzung zu reduzieren

Das Risiko für den Einsatz einer eigenen Batterie besteht in einer Steigerung der max. Last am Netzanschluss durch das zeitgleiche Laden der Batterie in Verbindung mit der höchsten Verbraucherlast. Dieser Effekt kann je nach Entgeltregelungen des Netzbetreibers zu hohen wirtschaftlichen Rückschlägen führen.

Warum sinkende Netzentgelte das Arbitrage-Geschäft beflügeln

Insbesondere der zweite Effekt (Arbitrage-Geschäfte) hat uns in seiner wirtschaftlichen Ausprägung interessiert, so dass wir ein Simulationsmodell dazu aufgebaut haben, unter Berücksichtigung der lokalen Netzentgelte und der Dimensionierung einer möglichen Batterie. Die ersten Simulationsläufe zeigen einen deutlichen Einfluss der Netzentgelte auf die Wirtschaftlichkeit der Batterie. So konnten wir sehr deutlich erkennen, dass die Anzahl der möglichen positiven Deals mit Spot Marktpreisen deutlich zunimmt und dass die Margen pro Deal steigen.

Die simulierten Ergebnisse haben uns in ihrer Deutlichkeit überrascht, so dass wir hier Potenzial für weitere Analysen sehen.

Chancen und Risiken im Blick

Zwei Erkenntnisse unserer Analyse waren dabei bemerkenswert:

  • Es macht einen sehr deutlichen Unterschied, ob die Benutzungsdauer der Netzentgelte oberhalb einer Jahresbenutzungsdauer von 2.500 h liegt. Hier verbessert sich das wirtschaftliche Potenzial deutlich.
  • Allerdings ist hier auch das Risiko, die Wirtschaftlichkeit durch fehlendes Lastmanagement zu „ruinieren“ höher, da in diesen Fällen ein relativ hoher Leistungspreis anzusetzen ist. Erzeugt die Batterie durch die Ladevorgänge also zusätzliche Höchstlaststände am Netzanschluss, steigen die Kosten durch die Jahresleistungspreise massiv an. Diesen Effekt konnten wir in der Simulation ebenfalls sichtbar machen und waren auch hier von der Stärke des Effekts beeindruckt.

Ein Ausblick: Nutzen Sie das aktuelle Zeitfenster

Hier ist noch wichtig zu wissen, dass die Netzentgelte aller Voraussicht nicht dauerhaft auf dem neuen Stand von 2026 stehen bleiben können. Die Kosten für den Ausbau und die Digitalisierung der Netze in den nächsten 20 Jahren sind enorm hoch und werden sich in Zukunft in den Netzentgelten wiederfinden müssen. Die aktuellen Rückgänge der Netzentgelte sind auf ein großes Subventionspaket der Bundesregierung in Höhe von 6,5 Mrd. EUR zurückzuführen. Dies wird dauerhaft vermutlich nicht durchzuhalten sein bei der absehbaren Haushaltlage der Bundesrepublik Deutschland. Dies sollte bei langfristigen Investition in Batterien  unbedingt mit berücksichtigt werden.

Möchten Sie wissen, wie sich die neuen Netzentgelte auf Ihre spezifische Situation auswirken?

Wir bei Elbe-Energie analysieren Ihre Lastprofile und analysieren für Sie, ob und wie eine Batterie in Kombination mit selbsterzeugtem Strom Ihre Energiekosten dauerhaft stabilisieren kann. Sprechen Sie uns gerne an