KWKG 2021: Novelle seit 01.01. in Kraft

Mit dem EEG wurde auch das KWKG (letzte Novellierung im August 2020) geändert, das unter dem Vorbehalt der EU-beihilferechtlichen Genehmigung stand. Das Gesetz wurde bis Ende 2026 notifiziert, für die weitere Förderung bis Ende 2029 fehlt weiterhin die beihilferechtliche Genehmigung. Wesentlichen Änderungen:

  • EEG-Umlage Eigenverbrauch: für Anlagen 1-10 MW rückwirkend zum 01.01.18
    • bis 3.500 Vbh:  40 % EEG-Umlage
    • ab 3.500 Vbh: 160 % EEG-Umlage
    • ab 7.000 Vbh: 100 % EEG-Umlage
  • Ausschreibungsplicht KWK-Zuschlag: ab 500 kW (vorher 1 MW)
  • Anlagen im ETS: Streichung des Zuschlags ab 2021
  • Anlagen ab 2 MW: Grundvergütung steigt um 3 €/MWh
  • Südbonus: entfällt
  • Bonus regenerative Wärme: ab 10 MW (vorher 1 MW)
  • Power-to-Heat-Bonus: deutschlandweit ab 2025 (vorher nur Südregion) ab 30 % Leistung der KWK-Wärmeleistung (vorher: 80 %)

 

⇒ Empfehlung ELBE ENERGIE:

Prüfen Sie das Einlegen von Rechtsmitteln gegen die rückwirkende Zahlung der EEG-Umlage und zahlen Sie diese nur unter dem Vorbehalt der Rechtmäßigkeit.

Falls Sie KWK-Anlagen über 500 kW gerade planen oder bauen, können Sie diese noch bis 30.06.21 ohne Ausschreibung in Betrieb nehmen.

Angestrebt war von der Bundesregierung Rechtssicherheit bis 2029 zu schaffen. Gleichzeitig bleibt die Bundesre-gierung dabei, dass das Gesetz keine Beihilfe darstellt.

EEG 2021: Novelle seit 01.01. in Kraft

Zum 01.01.21 ist das novellierte EEG in Kraft getreten. Wesentliche Inhalte:

Stromerzeugung

  • Mieterstrom: jetzt auch für Quartiere mit Zuschlägen bis zu 37,90 €/MWh
  • PV-Dachanlagen 300 – 750 kWp: Wahlweise ohne Ausschreibung mit Vergütung von 50 % der erzeugten Menge
  • Negative Strompreise für Anlagen > 500 kW: Keine Förderung ab 4 Stunden, ausgefallene Vergütung wird an Förderzeitraum angehängt
  • Eigenversorgungsprivileg: bis 30 kW und 30 MWh/a, auch über Förderdauer hinaus (vorher 10 kW und 10 MWh/a bis Ende der Förderung)

Besondere Ausgleichsregelung (BesAR)

  • Stromkostenintensität (SKI) für Liste 1-Unternehmen für Antragsjahre
    • 2021: 14 %
    • 2022: 13%
    • 2023: 12%
    • 2024: 11%
  • Umlagebegrenzung einheitlich auf 15% unabhängig von Listenzugehörigkeit und SKI
  • Fristrelevant ist nur WP-Testat
  • Auswahlmöglichkeit Nachweiszeitraum: 2 Geschäftsjahre

Weiterleitung an Dritte

Die Pflicht für Unternehmen mit Stromeigenversorgungsanlagen oder in der BesAR zur Vorlage eines „Mess- und Schätzkonzepts nach EEG“ für umlagepflichtige Strommengen wurde um ein Jahr bis 31.12.21 verlängert.

Die Konsultationen BNetzA/BAFA/IDW dauern an. VNB-Meldeformulare /ÜNB-Meldeportale/ IDW-Prüfungshinweis werden bis Ende Q1-2021 überarbeitet.

MSR-Installationspflichten

  • Intelligente Messsysteme: ab 7 kW
  • Fernwirkanlagen: ab 25 kW

Der Bundestag hat zudem eine Entschließung zum Ausstieg aus der EEG-Förderung und zu Power Purchase Agrements (PPAs) gefasst. Die Bundesregierung soll die Rahmenbedingungen für PPAs mit zinsgünstigen Krediten, Ausfallgarantien, Strompreiskompensation für PPA-Verbräuche und steuerliche Anreize fördern.

Stromnetze: Entgelte steigen 2021 nur leicht

Seit 2011 sind die Netzentgelte in der Mittelspannung durchschnittlich um 12 % p.a. gestiegen (vgl. ELBE ENERGIE Newsletter November 2018 und November 2019). Viele Netzbetreiber haben nun ihre vorläufigen Entgelte für 2021 veröffentlicht.

Laut Berechnung von ELBE ENERGIE liegen die Mehrbelastungen im Durchschnitt bei 1,1 %. Die Änderungen fallen, je nach Netzbetreiber, Netzebene und Verbrauchsstruktur stark unterschiedlich aus.

⇒ Empfehlung ELBE ENERGIE:

Viele Unternehmen haben auf Grund der Kostensteigerungen mit ELBE ENERGIE Projekte in den Bereichen Netzanschluß, Eigenerzeugung und Lastmanagement erfolgreich umgesetzt und so ihre Netzentgelte um bis zu 90 % gesenkt. Bundesweit konnten 2019 mehr als 5.600 Unternehmen von über 1.500 Mio. € Entlastungen profitieren. Diese Entlastungen werden über die „§19 StromNEV-Umlage“ auf die Netznutzer umgelegt. Die Umlage ist hat sich daher von 2012 (15,10 €/MWh) bis 2021 (43,20 €/MWh) fast verdreifacht.

Wenn auch Ihr Unternehmen in den Genuss von geringeren Entgelten kommen möchte, um sich von dieser Preisentwicklung abzukoppeln, sprechen Sie uns gerne an.

CO2-Abgabe: Emissionshandel startet ab 01.01.21

Ab Januar 2021 startet der nationale Emissionshandel für die Sektoren Wärme und Verkehr. Gemäß Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) müssen die Lieferanten von Brennstoffen (Erdgas, Flüssiggas, Heizöl, Kraftstoff) Emissionszertifikate erwerben.

Ab 2023 wird dann Kohle (Steinkohle, Braunkohle) in den Emissionshandel einbezogen. Die Kosten werden in der Regel vom Lieferanten an den Endkunden weitergereicht.

Für Erdgas ergibt sich folgende Entwicklung:

 

 

Für die Berechnung der Kostenentwicklung anderer Brennstoffe empfehlen wir den IHK-Rechner: https://www.ihk.de/co2-preisrechner

⇒ Einschätzung/Empfehlung ELBE ENERGIE:

Der Anstieg der Erdgaspreise 2021 um ca. 5 €/MWh wird durch die gesunkenen Großhandelspreise mehr als ausgeglichen.
Die BEHG-Einnahmen sollen zur Senkung der EEG-Umlage verwendet werden. Die Auswirkung ist derzeit auf Grund des notwendigen Haushaltszuschusses zum EEG-Konto in Höhe von ca. 11 Mrd. € noch vollkommen offen.

Falls die Brennstoffkosten ihres Unternehmens mehr als 20 % der Gesamtkosten oder die BEHG-Zusatzkosten mehr als 20 % der Bruttowertschöpfung betragen, kann eine Entlastung beantragt werden. Gleiches gilt, sofern ihrem Unternehmen Nachteile im internationalen Wettbewerb entstehen (Carbon-Leakage). Die begünstigten Unternehmen müssen ein Energiemanagementsystem zu betreiben, Maßnahmen zur CO2-Reduktion umzusetzen, Mitglied in einem Energieeffizienznetzwerk etc..
Gerne übernehmen wir für sie Beantragung und Umsetzung der Entlastungen.

ELBE ENERGIE-Fristenkalender: Energie-/StromSt-Anträge bis 31.12.

Für das Steuerjahr 2019 sind bis zum 31.12.20 (Ausschlussfrist) folgende Anträge beim zuständigen Hauptzollamt einzureichen:

  • StromSt-Entlastung gem. §§ 9 a,b, 10 StromStG für UdpG (Unternehmen des produzierenden Gewerbes)
  • EnergieSt-Entlastung gem. §§ 51, 54, 55 EnergieStG für UdpG
  • EnergieSt-Entlastung gem. §§ 53, 53 a,b EnergieStG für Stromerzeuger

Unternehmen, die sich ab 2020 in Schwierigkeiten befinden, können coronabedingt trotzdem Energie- und Stromsteuerentlastungen erhalten.

⇒ Empfehlung ELBE ENERGIE:

Planen Sie in diesem Jahr mehr Zeit ein. Die Antragstellung ist nur noch mit den neuen Online-Formularen möglich. Zusätzlich werden Daten zu Elektromobilität, Nutzenergielieferung, Fremdarbeiten, Weiterleitung an Dritte etc. erfasst.
Auf Wunsch übernehmen wir für Sie die Prüfung, Optimierung und Beantragung Ihrer Steuerentlastungen.