ELBE ENERGIE-Fristenkalender: Meldungen/Antragsfristen zum 31.05.

Meldung EEG-Strommengen an ÜNB/BNetzA:

Meldung EEG-umlagepflichtige Strommengen des Vorjahres durch

  • Stromversorger (auch Weiterleiter an Dritte) gem. §§74, 76 EEG 2017
  • BesAR-Unternehmen gem. § 74a EEG 2017; § 76 EEG 2017; § 27 (3) KWKG 2017
  • sonstige Letztverbraucher (§ 74a EEG 2017 )
  • Stromeigenversorger § 74a Abs. 2 EEG 2017

Auf Verlangen ist eine Wirtschaftsprüferbescheinigung vorzulegen.

Meldung BesAR-Stromlieferanten an ÜNB:

Elektronische Meldung des/der Stromlieferanten des Vorjahres von stromkostenintensiven BesAR-Unternehmen gem. § 60a EEG 2017

Meldung steuerpflichtige Strommengen an HZA:

Meldung StomSt-Zahlungen des Vorjahres bei jährlicher Anmeldung gem. § 8 Abs. 4 StromStG

 

ELBE ENERGIE-Fristenkalender: Anträge Strompreiskompensation bis 31.05.

Unternehmen, die Produkte aus der „Carbon-Leakage-Liste“ gem. Förderrichtlinie (BAnz AT 06.08.2013 B2) herstellen, können unter folgenden Voraussetzungen einen Antrag auf Strompreiskompensation stellen:

  • Energieaudit DIN 16247 oder ISO 50001-Zertifizierung
  • Umsetzung von Effinzienzmaßnahmen aus Audit-Bericht bei Amortisation unter drei Jahren
  • 30 % CO2-freier Strombezug
  • Investition von mind. 50 % der Beihilfe in C02-Reduktionsmaßnahmen.

Dies soll ein Abwandern durch Mehrbelastungen aus dem Europäischen Emissionshandel (EU ETS) verhindern. Die Anträge sind elektronisch bei der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) inkl. WP-Testat bis 31.05.21 einzureichen.

Details: https://www.dehst.de/SharedDocs/mailing/DE/2021/2021-02-19-spk-antragsstellung-2021-fms.html?__site=SPK.

EEG-BesAR: BAFA-Portal ist online

Das BAFA-Portal ELAN-K2 steht seit dem 14.04. für die Beantragung der Besonderen Ausgleichsregelung (BesAR) 2021 zur Verfügung.

Das BAFA-Portal ELAN-K2 steht seit dem 14.04. für die Beantragung der Besonderen Ausgleichsregelung (BesAR) 2021 zur Verfügung.

Versorgungssicherheit: Deutschland fehlen Öl- und Gaskraftwerke

In Deutschland ist ein Blackout ohne Zubau weiterer Kraftwerke nicht ausgeschlossen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Aurora Energy Research. Um den Zusammenbruch der Versorgung zu verhindern, braucht es flexible Gas- oder Ölkraftwerke, die in Extremsituationen einspringen, wenn die Stromerzeugung aus Solar und Windkraft (Dunkelflaute) niedrig ist. Aurora beziffert die fehlenden Kapazitäten bis 2050 auf 5-10 GW. Auf Grund der kurzen Einsatzzeiten fallen Betriebskosten von mind. 10.000 €/MWh a

Details: https://auroraer.com/insight/the-impact-of-weather-in-a-high-renewables-power-system-march-2021/

-> Einschätzung ELBE ENERIGE:

Damit in Kraftwerke investiert wird, müssen Betreiber darauf vertrauen, daß der Strommarkt über die gesamte Anlagenlebensdauer funktioniert und entsprechende Strompreise erzielt werden. Preise von mehr als 10.000 €/MWh sind am Strommarkt in Extremsituationen denkbar, wie z.B. Mitte Februar in Texas, als ein historischer Wintersturm den Strombedarf in unvorhergesehene Höhen trieb und gleichzeitig die Gasversorgung für Kraftwerke teilweise zusammenbrach. Allerdings ist deren Eintrittswahrscheinlichkeit kaum berechenbar, zumal schon kleine Änderungen von Rahmenbedingungen oder Marktdesign erheblichen Einfluss haben.

Zu diesem wirtschaftlichen Betriebsrisiko kommt noch das Risiko sich ständig ändernder politischer und rechtlicher Rahmenbedingungen, die eine verläßliche Planung nahezu unmöglich machen.

Dafür ist das Hamburger Kraftwerk Moorburg (1,6 GW) ein Paradebeispiel:

Es ging 2015 ans Netz und zählte zu den saubersten und effizientesten Kohlekraftwerken (25 % weniger CO2 als ältere Kraftwerke, 46,5 % Wirkungsgrad ohne Fernwärmeauskopplung). Durch immer neue Auflagen und Grenzwerte, die politisch verhinderte Fernwärmeauskopplung und gestiegene C02-Kosten, verteuerten sich Bau- und Betriebskosten und machten das Kraftwerk unwirtschaftlich. Betreiber Vattenfall nimmt daher mit Hilfe einer staatlichen Stilllegungsprämie in Höhe von ca. 270 Mio. € das Kraftwerk nach nur 6 Jahren außer Betrieb.

 

 

 

 

 

 

 

CO2-Abgabe: Entlastung durch Carbon-Leakage-Verordnung

Das Bundeskabinett hat am 31.03. die „Brennstoffemissionshandelsgesetz-Carbon-Leakage-Verordnung“ (BECV) beschlossen. Ziel ist die Entlastung von Unternehmen, die durch die 2021 eingeführte CO2-Abgabe nach dem BEHG (Brennstoffemissionshandelsgesetz) in ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt sind.

Voraussetzung ist die Zuordnung des Unternehmens zu einem Carbon-Leakage-gefährdeten Sektor mit hoher Emissions- und Handelsintensität analog zum Europäischen Emissionshandel (EU ETS). Es werden nur Brennstoffverbräuche für die Herstellung von Produkten, die einem Carbon-Leakage-Sektor zuzuordnen sind, entlastet. Wesentliche Inhalte:

  • Voraussetzung: EMAS oder ISO 50001-Zertifzierung ab 2023

Ausnahme bei Energieverbrauch unter 10 GWh/a:

  • Mitgliedschaft in einem Klimaschutz- oder Effizienznetzwerk
  • Nicht zertifiziertes Energiemanagementsystem nach ISO 50005
  • Investitionspflicht in C02-Reduktionsmaßnahmen
    • ab 2023: mind. 50 % der Beihilfe
    • ab 2025: mind. 80 % der Beihilfe
  • Selbstbehalt: 150 t CO2
  • Beihilfe wird nicht auf EEG-Umlagenentlastung angerechnet
  • Entlastungshöhe
    • 45 – 72 % bei Erdgas
    • 24 – 38 % bei Kohle

Die Verordnung bedarf der Zustimmung des Bundestages und steht unter dem wettbewerbsrechtlichen Genehmigungsvorbehalt der Europäischen Kommission.

Anträge sind bis 30. Juni des Folgejahres bei der DEHSt (Deutschen Emissionshandelsstelle) einzureichen. Für 2021 also bis zum 30.06.22.