ELBE ENERGIE-Förderlotse: EFRE-Programm startet 2021

Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) fördert von 2021-2027 u.a.:

  • Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden
  • Innovative Technologien zur Erzeugung erneuerbarer Energien inkl. Speicherung und Verteilung
  • Kreislaufwirtschaftslösungen und deren Austausch mit anderen Regionen/ Mitgliedstaaten.

Antragsberechtigt sind u.a. Kommunen, Unternehmen und Vereine.

Die EFRE-Fördermaßnahmen werden in die Förderprogramme der Mitgliedsstaaten einfließen und dort konkretisiert.

Erneuerbare Energien: Pauschale Abstandsregelung Wind und PV-Deckel aufgehoben

Der Bundestag hat am 18.06. das Gebäudeenergiegesetz (GEG) verabschiedet. Wesentliche Inhalte:

  • Wegfall der pauschalen Abstandsregelung für Windkraftanlagen
  • Streichung des 52 GW PV-Deckels.

Im Baugesetzbuch wird eine Öffnungsklausel vorgesehen, die es den Bundesländern ermöglicht, Abstände von bis zu 1.000 Metern zu regeln. Die Zustimmung des Bundesrats wird am 03.07. erwartet.

Stromeinkauf: PPAs etablieren sich auch im Mittelstand

Orange Polska S.A., Tochter des französischen Telekommunikationskonzerns Orange S.A. bezieht von 2021 bis 2030 etwa 50 GWh Strom pro Jahr aus den polnischen Windparks „Jarocin Wschod“ und „Krotoszyn“ über ein physisches PPA.

Die Fraport AG Frankfurt will spätestens ab 2025 85 % des Strombedarfs, also 350 GWh pro Jahr, über ein Offshore-Windpark-PPA beschaffen. Gleichzeitig soll die eigene Stromerzeugung aus Erneuerbaren ausgebaut werden. Aktuell entsteht auf einer Frachthalle der CargoCity Süd eine Photovoltaikanlage mit einer Jahresproduktion von 1,5 GWh.

Die finnische K Group betreibt in Skandinavien Einzelhandelsketten und möchte bis 2030 emissionsfrei werden. Dazu wurde ein PPA mit jährlich über 40 GWh Strom aus einem finnischen Windpark über 15 Jahre abgeschlossen

Empfehlung ELBE ENERGIE: Nachdem PPAs schon in der IT- und Papierindustrie im Volumen mehrerer TWh abgeschlossen wurden (siehe ELBE-ENERGIE-Newsletter April 2020) sind diese jetzt auch im Mittelstand angekommen. Falls auch Ihr Unternehmen unabhängig von schwankenden Strommärkten oder emissionsfrei werden möchte, sprechen Sie uns gerne an. Wir erstellen für Sie ein maßgeschneidertes Beschaffungskonzept.

Gasmarkt: Erdgasspeicher bereits zu 79 % voll

Wegen des coronabedingten Produktionsrückgangs, der milden Winter in Europa und Asien und eines Überangebots an amerikanischem LNG wird immer mehr Gas gespeichert. Die deutschen Speicher sind aktuell zu 79 % befüllt. Das ist der höchste Stand, den es jemals im Mai gab. Auch in vielen anderen westeuropäischen Ländern sind die Speicher fast voll. Bereits im August könnten die Kapazitäten erschöpft sein. Die Spotpreise an der EEX und in den Niederlanden sind um bis zu 50 % eingebrochen.

  • Einschätzung Elbe Energie:

Die Gaspreise waren schon vor Corona so niedrig, dass kaum jemand Geld verdiente. Russland und Norwegen werden ihre Produktion drosseln müssen.

EEG-Umlage: 2021 Anstieg auf über 80 €/MWh möglich

Der deutsche Stromverbrauch ist coronabedingt um mehr als 10 % eingebrochen. Die konventionelle Erzeugung wurde analog reduziert. Nun drängen hohen Mengen Strom aus Erneuerbaren zu Nullkosten auf den Markt und lassen die Großhandelspreise sinken. Da die Vergütung der Produzenten dagegen gleichbleibt, würde die EEG-Umlage 2021 nach Berechnungen von EON und der IG BCE auf über 80 €/MWh steigen.

Parallel setzt das BMWi mit dem Änderungsentwurf des EEV (Erneuerbaren-Energien-Verordnung) nun einen Beschluss aus dem Klimaschutzprogramm 2030 um. Zur Senkung der EEG-Umlage soll ein Teil der Einnahmen aus der CO2-Abgabe verwendet werden. Damit würde ab 2021 eine Absenkung um 2,50 €/MWh erfolgen, die sich jedes Jahr um je 2,50 €/MWh erhöht.

  • Einschätzung Elbe Energie:

Aktuell würde die EEG-Umlage trotz Gegenfinanzierung aus der CO2-Abgabe mehr als deutlich steigen. Im Gespräch sind daher weitere Maßnahmen, die aber EU-Beihilfekonform zu gestalten sind, um die BesAR nicht zu gefährden. Durch eine sinkende EEG-Umlage könnten zudem BesAR-Unternehmen unter die Grenzwerte für die Stromkostenintensität rutschen.