Gasmarkt: Erdgasspeicher bereits zu 79 % voll

Wegen des coronabedingten Produktionsrückgangs, der milden Winter in Europa und Asien und eines Überangebots an amerikanischem LNG wird immer mehr Gas gespeichert. Die deutschen Speicher sind aktuell zu 79 % befüllt. Das ist der höchste Stand, den es jemals im Mai gab. Auch in vielen anderen westeuropäischen Ländern sind die Speicher fast voll. Bereits im August könnten die Kapazitäten erschöpft sein. Die Spotpreise an der EEX und in den Niederlanden sind um bis zu 50 % eingebrochen.

  • Einschätzung Elbe Energie:

Die Gaspreise waren schon vor Corona so niedrig, dass kaum jemand Geld verdiente. Russland und Norwegen werden ihre Produktion drosseln müssen.

EEG-Umlage: 2021 Anstieg auf über 80 €/MWh möglich

Der deutsche Stromverbrauch ist coronabedingt um mehr als 10 % eingebrochen. Die konventionelle Erzeugung wurde analog reduziert. Nun drängen hohen Mengen Strom aus Erneuerbaren zu Nullkosten auf den Markt und lassen die Großhandelspreise sinken. Da die Vergütung der Produzenten dagegen gleichbleibt, würde die EEG-Umlage 2021 nach Berechnungen von EON und der IG BCE auf über 80 €/MWh steigen.

Parallel setzt das BMWi mit dem Änderungsentwurf des EEV (Erneuerbaren-Energien-Verordnung) nun einen Beschluss aus dem Klimaschutzprogramm 2030 um. Zur Senkung der EEG-Umlage soll ein Teil der Einnahmen aus der CO2-Abgabe verwendet werden. Damit würde ab 2021 eine Absenkung um 2,50 €/MWh erfolgen, die sich jedes Jahr um je 2,50 €/MWh erhöht.

  • Einschätzung Elbe Energie:

Aktuell würde die EEG-Umlage trotz Gegenfinanzierung aus der CO2-Abgabe mehr als deutlich steigen. Im Gespräch sind daher weitere Maßnahmen, die aber EU-Beihilfekonform zu gestalten sind, um die BesAR nicht zu gefährden. Durch eine sinkende EEG-Umlage könnten zudem BesAR-Unternehmen unter die Grenzwerte für die Stromkostenintensität rutschen.

Windenergie: Windwärmespeicher Nechlin in Betrieb

Seit Anfang März ist der Windwärmespeicher im Brandenburger Nechlin in Betrieb. Der Netzbetreiber schaltet den Windpark wegen nicht ausreichender Netzkapazität und bei einem Überangebot an Windstrom mehrmals monatlich ab. Dadurch blieben bisher etwa 10 GWh Strom pro Jahr ungenutzt. Die Betreiber erhielten für den nichterzeugten Strom – dank EEG- trotzdem eine Vergütung von ca. 900 TEUR pro Jahr. Die Abschaltungen erfolgten überwiegend in der windreichen Heizperiode.

Im Rahmen des BMWi-Förderprogramms SINTEG wurde ein 1.000 m3 Warmwasserspeicher errichtet, der mit dem bisher ungenutzten Strom beheizt wird. Die Wärme wird über ein Nahwärmenetz in den Ort geliefert. Dadurch werden 0,6-1 GWh Windstrom pro Jahr genutzt und als Wärme an die 93 Einwohner des Dorfes geliefert. Der wirtschaftliche Betrieb ist nur durch rechtliche Sonderregeln im EEG und bei der Stromsteuer möglich. Dadurch ist die Windwärme günstiger im Vergleich zur Wärmeerzeugung aus Erdöl.

Kabinett beschließt Energiesammelgesetz (EnSaG)

Das EnSaG (ehem. 100-Tage-Gesetz) enthält folgende Regelungen:

EEG-Privilegierung für Neuanlagen der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK):

Umsetzung des beihilferechtlichen Kompromisses mit der Europäischen Kommission. Durch die Neuregelung erhalten 98 Prozent der Anlagen wieder ihre bis Ende 2017 geltende Privilegierung (d.h. nur 40 Prozent EEG-Umlage). Für ca. 200 Anlagen steigt die Umlage je nach Rentabilität graduell an. Die Neuregelung gilt rückwirkend zum 1. Januar 2018.

Verlängerung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG)

um drei Jahre bis zum Jahr 2025. Dadurch soll die Investitionsgrundlage für neue KWK-Anlagen verbessert werden. Diese Verlängerung bedarf noch der beihilferechtlichen Genehmigung durch die Europäische Kommission.

Absenkung der Vergütungen für neue Solaranlagen im Segment 40–750 kW:

Die Kosten für Solaranlagen sind in den vergangenen Jahren stärker gefallen als die Vergütung im EEG. Dies hat zu einer deutlichen Überförderung geführt, die zu Lasten aller Verbraucher wirkt. Der Abbau dieser Überförderung ist europarechtlich zwingend vorgegeben. Für Anlagen bis 40 kW ändert sich nichts. Damit ist das Segment der privaten Haushalte nicht betroffen.

Drittmengenabgrenzung:

Einsatz von geeichten Messungen für Drittmengen in der Besonderen Ausgleichsregelung (BesAR) und der Stromeigenversorgung.
Abgrenzungsfehler führen zum Verlust der Privilegierungen. In Ausnahmefällen sind Schätzungen
mit umfangreichen Meldepflichten möglich.

EEG-Umlagen-Reduzierung für KWK-Anlagen

Für selbstverbrauchten Strom aus KWK-Neuanlagen (ab August 2014) gilt rückwirkend zum 01.01.18 eine
EEG-Umlage von 40 % für folgende Anlagen (^vgl. ELBE ENERGIE Newsletter Mai und August 2018):
• < 1 MWel oder > 10 MWel
• >= 1 MWel und <= 10 MWel (40 % bis 3.500 Vbh/a, ansteigend bis 100 % bei 7.000 Vbh/a)
• KWK stromintensive Industrie

Weitergeleitete Strommengen:

Es wird eine Schätzmöglichkeit für an Dritte weitergeleitete Strommengen geschaffen. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat dies in einem Hinweisblatt Stromzähler zur Besonderen Ausgleichsregelung bereits angekündigt. So wird sichergestellt, dass die betroffenen Unternehmen ihre Umlageprivilegien weiterhin erhalten.

Weitere Inhalte können Sie in der Pressemitteilung des BMWI nachlesen.