Strommarkt: BNetzA ermittelt wegen Marktmanipulation

Am 6., 12. und 25.06.19 konnten die vier deutschen ÜNB nur knapp großflächige Stromausfälle vermeiden. Unerwartet war nicht genug Strom im Markt. Das Netz konnte nur durch den vollständigen Einsatz der Reservekraftwerke und Stromimporte stabilisiert werden. Dadurch stiegen die Großhandelspreise zeitweise über die Regelenergiepreise. Die BNetzA hat nun Bußgeldverfahren gegen drei Marktteilnehmer eingeleitet, die auf diese Differenz gewettet haben sollen.

Zusätzlich laufen seit April Aufsichtsverfahren gegen

– Energie Vertrieb Deutschland
– Optimax Energy
– Centrica
– Danske Commodities
– Statkraft,

die ihrer Pflicht zur ausgeglichenen Bewirtschaftung ihrer Bilanzkreise nicht nachkommen sind. In der Spitze fehlten 6 GW Leistung. Dies entspricht der 7,5-fachen Leistung des Kraftwerks Hamburg- Moorburg.

⇒ Empfehlung ELBE ENERGIE:

Zuletzt hatte Anfang 2019 ein „Datenfehler“ eines TenneT-Netzreglers an der deutsch-österreichischen Grenze fast zu einem europaweiten Blackout geführt (vgl. ELBE-ENERGIE Newsletter Februar 2019). Die kritischen Situationen im deutschen Stromnetz scheinen sowohl an Häufigkeit als auch Schwere zuzunehmen.
Prüfen Sie, welche Maßnahmen zur unterbrechungsfreien Stromversorgung oder Eigenerzeugung die Sicherheit ihres Unternehmens erhöhen. Auch bei der Auswahl von potentiellen Lieferanten sollten sie auf Kompetenz und Seriosität achten. Wir beraten Sie gerne dazu.

EEG: Bundesregierung verabschiedet Novelle 2021

Die Bundesregierung hat am 23.09. den Entwurf der EEG-Novelle 2021 verabschiedet. Wesentliche Inhalte:

  • Ziele 2030
    • 65 % erneuerbare Energien
    • Installierte Leistung Photovoltaik: 100 GW (aktuell ca.52 GW)
    • Installierte Leistung Wind an Land: 71 GW (aktuell ca. 54 GW)
    • Installierte Leistung Biomasse: 8,4 GW (aktuell ca. 5 GW)
  • Ziel 2050: CO2-neutrale Stromerzeugung
  • EEG-Umlagen-Deckel durch 11 Mrd. €- Zuschuß aus dem Bundeshaushalt
  • Ausschreibungspflicht für PV-Anlagen ab 500 kW
  • EEG-Umlagebefreiung für Eigenversorgung bis 20 kW (aktuell 10 kW) und 10 MWh/a
  • Wegfall EEG-Vergütung bei negativen Spotmarktpreisen über eine Stunde
  • Mieterstromzuschlag
    • bis 10 kW: 3,79 Ct/kWh
    • 10-500 kW: 2,37 Ct/kWh

Die Novelle wird nun in Bundestag und Bundesrat beraten und soll zum 01.01.21 in Kraft treten.

⇒ Einschätzung ELBE ENERGIE:

Da die EU mit dem Green Deal die Ausbauziele erhöhen möchte, ist eine Erhöhung der Ausbaupfade wahrscheinlich.

Strommarkt: Kraftwerk Moorburg vor Stilllegung

Das Hamburger Kraftwerk Moorburg (800 MW) ist erst 2015 ans Netz gegangen und sollte bis 2038 in Betrieb bleiben. Es ist eines der modernsten und effizientesten Kohlekraftwerke. Das Kraftwerk erzeugt nur Strom, da die geplante Fernwärmeeinspeisung von den Hamburger Grünen erfolgreich verhindert wurde. Dadurch und durch die geänderte Marktsituation ist das Kraftwerk nun unwirtschaftlich.

Betreiber Vattenfall hat sich daher an der BNetzA-Auktion zur Kraftwerksstilllegung beteiligt. Bieter, die die geringste Entschädigung fordern, erhalten den Zuschlag. Bewertet werden außerdem der CO2-Ausstoß und der Beitrag zur Versorgungssicherheit.

Das Ergebnis der 1. Auktion über 4.000 MW wird die BNetzA im Dezember veröffentlichen.

ELBE ENERGIE-Förderlotse: EFRE-Programm startet 2021

Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) fördert von 2021-2027 u.a.:

  • Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden
  • Innovative Technologien zur Erzeugung erneuerbarer Energien inkl. Speicherung und Verteilung
  • Kreislaufwirtschaftslösungen und deren Austausch mit anderen Regionen/ Mitgliedstaaten.

Antragsberechtigt sind u.a. Kommunen, Unternehmen und Vereine.

Die EFRE-Fördermaßnahmen werden in die Förderprogramme der Mitgliedsstaaten einfließen und dort konkretisiert.

Erneuerbare Energien: Pauschale Abstandsregelung Wind und PV-Deckel aufgehoben

Der Bundestag hat am 18.06. das Gebäudeenergiegesetz (GEG) verabschiedet. Wesentliche Inhalte:

  • Wegfall der pauschalen Abstandsregelung für Windkraftanlagen
  • Streichung des 52 GW PV-Deckels.

Im Baugesetzbuch wird eine Öffnungsklausel vorgesehen, die es den Bundesländern ermöglicht, Abstände von bis zu 1.000 Metern zu regeln. Die Zustimmung des Bundesrats wird am 03.07. erwartet.

Stromeinkauf: PPAs etablieren sich auch im Mittelstand

Orange Polska S.A., Tochter des französischen Telekommunikationskonzerns Orange S.A. bezieht von 2021 bis 2030 etwa 50 GWh Strom pro Jahr aus den polnischen Windparks „Jarocin Wschod“ und „Krotoszyn“ über ein physisches PPA.

Die Fraport AG Frankfurt will spätestens ab 2025 85 % des Strombedarfs, also 350 GWh pro Jahr, über ein Offshore-Windpark-PPA beschaffen. Gleichzeitig soll die eigene Stromerzeugung aus Erneuerbaren ausgebaut werden. Aktuell entsteht auf einer Frachthalle der CargoCity Süd eine Photovoltaikanlage mit einer Jahresproduktion von 1,5 GWh.

Die finnische K Group betreibt in Skandinavien Einzelhandelsketten und möchte bis 2030 emissionsfrei werden. Dazu wurde ein PPA mit jährlich über 40 GWh Strom aus einem finnischen Windpark über 15 Jahre abgeschlossen

Empfehlung ELBE ENERGIE: Nachdem PPAs schon in der IT- und Papierindustrie im Volumen mehrerer TWh abgeschlossen wurden (siehe ELBE-ENERGIE-Newsletter April 2020) sind diese jetzt auch im Mittelstand angekommen. Falls auch Ihr Unternehmen unabhängig von schwankenden Strommärkten oder emissionsfrei werden möchte, sprechen Sie uns gerne an. Wir erstellen für Sie ein maßgeschneidertes Beschaffungskonzept.