Energiemarkt: VERBUND legt Angebot für GCA-Anteile vor

Gas Connect Austria (GCA) verfügt über ein 900 km langes Erdgas-Hochdrucknetz und ist für Ausbau, Betrieb und Vermarktung der Transportkapazitäten zuständig.

Der OMV als Anteilseigner liegt ein Angebot des VERBUND für Kauf eines 51-Prozent-Anteils an der GCA vor. Es wird von einer ähnlichen Angebotssumme ausgegangen, die 2016 ein Konsortium aus Allianz SNAM für einen 49-Prozent-Anteil bezahlt hat. Der Preis lag damals bei 601 Mio. Euro.

Durch den Verkauf will die OMV Investitionen im Bereich Petrochemie ermöglichen. Der VERBUND ist in zwei Forschungsprojekten im Bereich Grüner Wasserstoff aktiv. Dieser Schlüsselenergieträger der Energiewende kann auch über das Erdgasnetz transportiert werden.

ELBE ENERGIE-Förderlotse: EFRE-Programm startet 2021

Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) fördert von 2021-2027 u.a.:

  • Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden
  • Innovative Technologien zur Erzeugung erneuerbarer Energien inkl. Speicherung und Verteilung
  • Kreislaufwirtschaftslösungen und deren Austausch mit anderen Regionen/ Mitgliedstaaten.

Antragsberechtigt sind u.a. Kommunen, Unternehmen und Vereine.

Die EFRE-Fördermaßnahmen werden in die Förderprogramme der Mitgliedsstaaten einfließen und dort konkretisiert.

Erneuerbare Energien: Pauschale Abstandsregelung Wind und PV-Deckel aufgehoben

Der Bundestag hat am 18.06. das Gebäudeenergiegesetz (GEG) verabschiedet. Wesentliche Inhalte:

  • Wegfall der pauschalen Abstandsregelung für Windkraftanlagen
  • Streichung des 52 GW PV-Deckels.

Im Baugesetzbuch wird eine Öffnungsklausel vorgesehen, die es den Bundesländern ermöglicht, Abstände von bis zu 1.000 Metern zu regeln. Die Zustimmung des Bundesrats wird am 03.07. erwartet.

Stromeinkauf: PPAs etablieren sich auch im Mittelstand

Orange Polska S.A., Tochter des französischen Telekommunikationskonzerns Orange S.A. bezieht von 2021 bis 2030 etwa 50 GWh Strom pro Jahr aus den polnischen Windparks „Jarocin Wschod“ und „Krotoszyn“ über ein physisches PPA.

Die Fraport AG Frankfurt will spätestens ab 2025 85 % des Strombedarfs, also 350 GWh pro Jahr, über ein Offshore-Windpark-PPA beschaffen. Gleichzeitig soll die eigene Stromerzeugung aus Erneuerbaren ausgebaut werden. Aktuell entsteht auf einer Frachthalle der CargoCity Süd eine Photovoltaikanlage mit einer Jahresproduktion von 1,5 GWh.

Die finnische K Group betreibt in Skandinavien Einzelhandelsketten und möchte bis 2030 emissionsfrei werden. Dazu wurde ein PPA mit jährlich über 40 GWh Strom aus einem finnischen Windpark über 15 Jahre abgeschlossen

Empfehlung ELBE ENERGIE: Nachdem PPAs schon in der IT- und Papierindustrie im Volumen mehrerer TWh abgeschlossen wurden (siehe ELBE-ENERGIE-Newsletter April 2020) sind diese jetzt auch im Mittelstand angekommen. Falls auch Ihr Unternehmen unabhängig von schwankenden Strommärkten oder emissionsfrei werden möchte, sprechen Sie uns gerne an. Wir erstellen für Sie ein maßgeschneidertes Beschaffungskonzept.

EEG-Umlage: Deckelung 2021 und 2022 beschlossen

Im Rahmen des Corona-Konjunkturpakets der Bundesregierung vom 03.06. wird die EEG-Umlage auf folgende Werte gedeckelt:

  • 2021: 65 €/MWh
  • 2022: 60 €/MWh

Diese Maßnahme wird mit zusätzlichen Haushaltsmitteln des Bundes finanziert. Anderenfalls wäre die Umlage 2021 auf über 80 €/MWh gestiegen (siehe ELBE-ENERGIE-Newsletter Juni 2020).

  • Einschätzung Elbe Energie:

Inwieweit Konformität zum EU-Beihilferecht besteht, ist momentan fraglich. In der Diskussion noch vollkommen unbeachtet ist auch die Frage der Verfassungswidrigkeit. Der BGH hatte 2014 festgestellt: „Die EEG-Umlage nach § 37 Abs. 2 EEG 2012 ist keine verfassungswidrige Sonderabgabe.“ (25.06.14, Az.: VIII ZR 169/13). Begründung: Die öffentliche Hand ist nicht an der Finanzierung des Umlagesystems beteiligt.

Wir empfehlen mit Rechtsanwälten und ggf. Wirtschaftsprüfern das Thema Rückstellungen zu betrachten. Auf Wunsch vermitteln wir Ihnen darauf spezialisierte Experten.