Stromnetze am Limit

Seit 2013 ist bekannt, dass die Stromnetze in ihrer heutigen Dimensionierung nicht dazu geeignet sind, genügend Ökostrom von West nach Ost zu transportieren (Pressemitteilung EVN, 11.07.13).

Dies hob APG-Chef Gerhard Christiner im August 2020 erneut hervor.

Zwar wird theoretisch genug Ökostrom produziert, um Österreich zu 100 % via Ökostrom zu beliefern. Die Kapazitäten der Übertragungsnetze reichen zu dessen Verteilung nicht aus.
Lastintensive Unternehmen, die eigentlich auf Ökostrom umsteigen wollen, könnten teilweise nicht beliefert werden.
Dadurch verschlechtert sich zunehmend die Stellung des Landes am europäischen Energiemarkt. Thermische Kraftwerke kommen zum Einsatz, obwohl ausreichend Ökostrom zur Verfügung steht.

Er appelliert an alle Stakeholder den Netzausbau zu beschleunigen, damit die Klimaziele Österreichs in greifbare Nähe rücken können.

Nationalrat prüft Forderungen des Klimavolksbegehrens

In der Woche vom 22. bis zum 29. Juni haben rund 380.590 ÖsterreicherInnen das Klimavolksbegehren unterzeichnet. Die darin geforderten Punkte müssen nun vom Nationalrat geprüft werden.

Dazu gehören unter anderem

  • die Festsetzung eines verbindlichen CO2-Budgets und eines entsprechenden Reduktionspfades, dessen Einhaltung jährlich von einem Klimarechnungshof überprüft wird,
  • die Prüfung aller Gesetze und Verordnungen hinsichtlich ihrer Klimaverträglichkeit und
  • die Abschaffung klimarelevanter Subventionen, wie des Dieselprivilegs und des Dienstwagenprivilegs.

OMV und VERBUND starten ihr erstes Gemeinschaftsprojekt

Die beiden Konzerne, die seit 2017 strategische Partner sind, errichten Österreichs größte PV-Freiflächenkonstruktion im Weinviertel.

Die Anlage mit 60.000 Modulen und einer Gesamtleistung von 16 MWp verteilt sich auf die Standorte Schönkirchen (9 MWp) und Neusiedl an der Zaya (7 MWp). Sie soll den Strombedarf der OMV zu einem Zehntel decken und so die CO2-Emissionen des zweitgrößten Emittenten Österreichs (2019: 3 Mio. t) jährlich um 10.000 t reduzieren. Die Inbetriebnahme ist für das vierte Quartal dieses Jahres geplant.

Die Flächen sind Eigentum der OMV, die dort gereinigtes Gestein aus dem Bergbau lagert. Sie liegen seit Längerem brach und hätten schon früher zur umweltfreundlichen Stromerzeugung dienen können. Man habe jedoch abgewartet, bis es der Stand der Technik zulässt, die PV-Anlage ohne Förderung zu errichten und zu betreiben.

Der erzeugte Strom könnte perspektivisch zur elektrolytischen Gewinnung von Wasserstoff genutzt werden. Zunächst dient er jedoch zur Förderung von Erdöl und Erdgas, was Umweltorganisationen wie Greenpeace und Fridays for Future als „Greenwashing“ ebendieser Aktivitäten kritisieren.

Energiemarkt: VERBUND legt Angebot für GCA-Anteile vor

Gas Connect Austria (GCA) verfügt über ein 900 km langes Erdgas-Hochdrucknetz und ist für Ausbau, Betrieb und Vermarktung der Transportkapazitäten zuständig.

Der OMV als Anteilseigner liegt ein Angebot des VERBUND für Kauf eines 51-Prozent-Anteils an der GCA vor. Es wird von einer ähnlichen Angebotssumme ausgegangen, die 2016 ein Konsortium aus Allianz SNAM für einen 49-Prozent-Anteil bezahlt hat. Der Preis lag damals bei 601 Mio. Euro.

Durch den Verkauf will die OMV Investitionen im Bereich Petrochemie ermöglichen. Der VERBUND ist in zwei Forschungsprojekten im Bereich Grüner Wasserstoff aktiv. Dieser Schlüsselenergieträger der Energiewende kann auch über das Erdgasnetz transportiert werden.

ELBE-ENERGIE-Förderlotse: Corona- Konjunkturproramm geplant

„Raus aus der Krise kann auch heißen, rein in das Solarzeitalter.“ sagte Vizekanzler Kogler am 16.05. vor einem Treffen mit Umweltschützern und NGOs zur Planung des Konjunkturprogramms. Klimaministerin Gewessler ergänzte, dass der Klimaschutz eine der tragenden Säulen des Programms sein wird. Als Beispiele nannte sie erneuerbare Energien und die thermische Sanierung.

  • Einschätzung Elbe Energie:

In welche Bereiche konkret investiert wird, bleibt abzuwarten. Zahlreiche GreenTechs aus Österreich machen eine Kombination von Konjunkturprogramm und Klimaschutz möglich. Der „Corona-Green-Deal“ der Umweltorganisation Global2000 enthält wenig konkrete Vorschläge, wie die Streichung von Subventionen für fossile Energien und die Vereinbarung von Biodiversitätszielen.